Qualifizierung/Beschäftigung Refuge

Flüchtlinge willkommen heißen -
das Projekt "Refuge" (frz. für Schutzhütte)

Wer schon einmal auf Wanderschaft war und Schutz vor Unwetter, Dunkelheit oder Regen brauchte, der weiß wie wertvoll ein Schutzraum sein kann.

Flüchtlinge, die bei uns ankommen sind auf Schutzräume angewiesen. Sie sind geflohen vor feindlichen, teils lebensbedrohlichen Verhältnissen und gelandet in der Fremde mit ungewisser Perspektive.

Wir engagieren uns in dieser Sache weil wir wissen, wie wichtig Arbeit bei der Zusammenführung von Menschen ist und weil wir - über andere Projektaktivitäten - Berührungspunkte zu Flüchtlingen hatten und berührt worden sind.

Und weil wir dazu beitragen wollen, die Grundsätze der Diakonie zur Willkommenskultur hier vor Ort mit Leben zu füllen.

Die aktuell steigende die Zahl von Flüchtlingen stellt den Werra Meißner Kreis und die Kommunen als Verantwortliche vor immense Herausforderungen; sie stehen in der Pflicht, zugewiesene Flüchtlinge kurzfristig unterzubringen und zu versorgen, aber sie sehen sich auch moralisch und politisch vor die Aufgabe gestellt, diesen Menschen mehr als nur das Lebensnotwendige - ein Dach über dem Kopf und Essen - anzubieten.

Monatelang untätig sein zu müssen und wenig oder keine Möglichkeiten zu haben, sich mit Land, Leuten und der Landessprache vertraut zu machen entspricht nicht diesem Anspruch. Die Werkstatt für junge Menschen Eschwege e.V. leistet in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Eschwege-Witzenhausen und der Arbeiterwohlfahrt in Abstimmung mit dem Werra Meißner Kreis mit ihrem Projekt Refuge einen Beitrag zur besseren Integration der Flüchtlinge vor Ort. Diese Verbesserungen kommen letztlich uns allen zu Gute.

1. Gemeinnützige Arbeit für Flüchtlinge

Wir wollen Flüchtlingen - unabhängig vom aktuellen Bleiberecht - gemeinnützige Arbeit in Kombination mit Sprachtraining anbieten.
Damit heißen wir sie in unserem Alltag und in unserer Mitte willkommen und geben ihnen eine erste Orientierung und Aufgabe. Mit dem - über das angebotene Maß hinausgehende - Sprachtraining schaffen wir Verständnis für die erst einmal fremde neue Umgebung und eröffnen Chancen der Integration. Mit dem Angebot gemeinnützige Arbeit zu leisten eröffnen wir die Möglichkeit, wertgeschätzt für die Allgemeinheit tätig zu werden, nicht passiver Leistungsempfänger zu bleiben und aktiv in Kontakt mit Menschen zu kommen und dabei sprachliche Kompetenz zu entwickeln. Wir möchten beitragen zur Prävention von Konflikten, von Krankheit und Depression durch sinngebende Arbeit.
Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz kann gemeinnützige Arbeit auch von Flüchtlingen geleistet werden, der Werra Meißner Kreis setzt auf dieses Instrument.
Eingesetzt werden Flüchtlinge bereits seit Februar 2014 in dem Zweckbetrieb Naturschutz und Landschaftspflege der Werkstatt, weil wir hier im besonderen Maße auf die Probleme der Betroffenen eingehen können.

Geplant ist, Flüchtlinge auch bei Vereinen, öffentlichen, kirchlichen, städtischen oder sozialen Einrichtungen, mit denen wir kooperieren einzusetzen. Vor diesem Schritt werden wir die bisherigen Erfahrungen sorgfältig auswerten, damit nicht durch vorschnelles Handeln vermeidbare Probleme auftreten.
Gearbeitet wird an 3 Tagen bis zu 20 Stunden pro Woche, die mit 1,05 € pro Arbeitsstunde vergütet werden.
An einem Tag pro Woche bietet die Werkstatt Sprachtraining und Landeskunde an.
Neben der Arbeitskleidung stellt die Werkstatt auch Wochen- oder Monatskarten, die nicht nur für die Fahrt zur Arbeit genutzt werden können - unsere Teilnehmer werden mobil.
Seit Oktober arbeiten 10 Flüchtlinge kontinuierlich und motiviert im Bereich Landschafts- pflege mit. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr gut und machen uns Mut, die nächsten Schritte in Angriff zu nehmen.

Wir arbeiten daran, passende Einsatzstellen zu finden, in denen der Prozess des Ankommens der Flüchtlinge und ihre Integration in die Arbeit geleistet werden kann - und dieser Prozess muss intensiv unterstützt und begleitet werden.
Damit wollen wir Brücken bauen in die Gesellschaft und allen Beteiligten die Erfahrung vermitteln, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Flüchtlinge eine Bereicherung sein kann. Wir initiieren damit hoffentlich weiteres - auch ehrenamtliches - Engagement für die Zukunft.

2. Wohnen für Flüchtlinge

Unser langfristiges Ziel ist es, die Wohn-und Lebenssituation von Flüchtlingen zu verbessern. Fakt ist, dass der Wohnungsmarkt im WMK zu wenige Wohnungen für Flüchtlinge mit mittelfristiger oder langfristiger Bleibeperspektive anbietet.
Wenn es uns gelingt, leer stehenden Wohnraum für Flüchtlinge herzurichten und zu vermieten mit dem Ziel, durch dezentrale Unterbringung

1. Den Flüchtlingen eine Verbesserung zu bieten und
2. Einbindungen in Nachbarschaften zu initiieren

würde das in vielerlei Hinsicht positive Impulse in Richtung Integration setzen. Das Konzept kann - je nach Möglichkeit, die eine Immobilie bietet - auch die Belegung mit anderen Personenkreisen vorsehen, so dass (siehe Wohnprojekt der AWO Witzenhausen) Integration durch Zusammenwohnen stattfindet. Für eine Realisierung dieses Projektabschnittes bedarf es Personal und Geld; allein die Planung und vertragliche Gestaltung braucht erhebliche Ressource genauso wie der Betrieb der Wohnungen und eine Basis Unterstützung/Betreuung der Bewohner gewährleistet sein muss.

Wir hoffen mit unserem Projekt nicht nur den Teilnehmern selbst weiter zu helfen, sondern wir möchten Impulse geben für eine menschliche Flüchtlingsarbeit.

 

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Impressionen:


Ansprechpartner:

Abteilungsleitung

Bernd Hirschfelder
bernd.hirschfelder@werkstatt-
eschwege.de

Telefon (05651) 339 54 17


Mitarbeiter/innen:

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Telefon (05651) 339 54 20

Ramiz Arifi
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Telefon (05651) 717 51